"Röwelöwen, ist doch klar, wir gewinnen auch dieses Jahr!" brüllen fünf
Mädchen, jede im orangen Schul-T-Shirt mit Löwenkopfaufdruck. -"Grundschule Dietrichsfeld, Grundschule Dietrichsfeld!" schallt es von
der gegenüberliegenden Seite des Spielfeldes zurück. Die Mädchen der
Grundschulen Röwekamp und Dietrichsfeld stehen am Rand des
Fußballfeldes, feuern ihre kickenden Mitschülerinnen an, fiebern mit
und warten darauf, so schnell wie möglich wieder eingewechselt zu
werden, um für ihre Schule zu kämpfen.
Der Sportplatz am Rennplatz, kaum größer als
ein Fußballfeld, platzt aus allen Nähten. Über 250 Mädchen aus zwanzig
verschiedenen Grundschulen sind gekommen, um beim jährlichen
Mädchengrundschulturnier miteinander und gegeneinander Fußball zu
spielen. Fußballassistentinnen der Klassen 7 und 8 einer Gesamtschule
haben mit Unterstützung ihrer Sportlehrer und des ortsansässigen
Vereins das Turnier in Eigenregie auf die Beine gestellt, Einladungen
verteilt, Spielpläne erstellt, Obst und Gemüse vorbereitet, drei
Spielfelder aufgebaut, Pokale beschafft und auf gutes Wetter gehofft.
Während des Turniers kümmern die Jugendlichen sich um die Begrüßung,
schiedsen die Spiele und überreichen abschließend jeder Schule einen
Pokal. Und auch wenn am Ende nur eine Schule die größte Trophäe mit
nach Hause nehmen darf, sind sich alle einig: Das war ein super
Mädchen-Fußball-Tag und nächstes Jahr sind wir wieder dabei!
Freudig ziehen 200 Schülerinnen und Schüler der
Grundschule Kunterbunt durch Duisburg- Hamborn. Ihre "Schlachtrufe" und
Gesänge sind nicht zu überhören. Es geht zum Fußballturnier des
Migrantenvereins SV Rhenania Hamborn, der den Tag glänzend vorbereitet
hat: Beschallungsanlage, Getränke, Spielplan, Plätze usw.
Geschlechtergetrennt wollen alle (!) "kunterbunten" Schülerinnen und
Schüler, die zu 87 % einen Migrationshintergrund haben, ihre
Schulmeisterschaft "auskicken". Obwohl vor und nach dem Turnier ein
vier Kilometer langer Fußweg zu bewältigen ist und das Turnier nur auf
einem Schlackeplatz stattfinden kann, jagen die Mädchen und Jungen bei
sommerlichen Temperaturen und viel Staub mit Riesenfreude dem Ball
nach. Mitspielen dürfen alle, nicht nur ausgewählte Kinder, blutige
Anfängerinnen stehen neben Vereinskickerinnen auf dem Platz.
Über Schulwettbewerbe wie in diesen beiden Szenen
bekommen viele migrantische und sozial benachteiligte Mädchen den
Zugang zum Fußballspiel. Sie können sich mit anderen Kindern messen und
vergleichen, trainieren in Mädchenfußball-AGs und fiebern einem
Höhepunkt im Schulleben entgegen.
